Schritt für Schritt kommt Veränderung

mohnfeld

Kennt ihr das? Ihr habt euch zurückgezogen und wollt in Ruhe vielleicht Musik hören, ein Buch lesen oder meditieren und kaum dass ihr euch hingesetzt habt kommt jemand vorbei oder es klingelt das Telefon. Es ist auch immer sehr wichtig. Entweder sollst du sofort zuhören, oder helfen oder etwas erledigen. Früher war das in 9 von 10 Fällen so. Mittlerweile ist es schon deutlich besser geworden. Doch wenn es passiert, dann ärgere ich mich immer noch. Am meisten ärgere ich mich dann über mich selbst. Mittlerweile habe ich schon gelernt, auch mal Nein zu sagen oder es auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Das funktioniert nicht immer, aber immer öfter.

Ich kenne die Gedanken die mir in solchen Situationen durch den Kopf gehen. Der eine Gedanke lautet „Nie kann ich in Ruhe etwas tun“. Doch viel interessanter ist der Gedanke der darunter liegt und zwar „Nie kann ich in Ruhe etwas für MICH tun“, denn hier steckt der wahre Kern. Ich erlaube mir selbst nicht etwas für mich zu tun. Was wieder etwas mit dem eigenen Wert zu tun hat.

Jetzt kann ich mir folgende Fragen stellen:

  • Bin ich es denn Wert, dass ich mir Zeit für mich nehme?
  • Habe ich die Auszeit verdient?
  • Darf ich mir Zeit für mich nehmen?

Und nur wenn ich in mich hineinhöre und diese Fragen wirklich ehrlich beantworte, dann kann sich mein Herz für einen neuen Gedanken öffnen. Diese Methode funktioniert nicht im Kopf, sondern nur im Herzen.
Es ist ganz leicht einen Gedanken und das dazugehörige Gefühl zu verwandeln, wenn du dir folgende Schritte verinnerlichst.

Der erste Schritt ist es, „Übernimm die Verantwortung für deine Gedanken und Gefühle“. Nimm deine Gedanken an. Werde dir bewusst, was du denkst.

Mir hat es sehr geholfen mich dafür hinzusetzten und die Gedanken einfach mal aufzuschreiben. Denn oft sind wir uns nicht wirklich bewusst darüber, was wir denken und dass uns diese Gedanken keiner in den Kopf gepflanzt hat, sondern dass es sich hierbei um unsere Gedanken handelt. Also werde dir bewusst was du denkst und schaue, ob du zu diesem Gedanken auch ein Gefühl entdecken kannst. Denn mit dem Gedanken ist immer ein Gefühl verknüpft. In meinem Fall sind es zwei, Wut und Angst. Und wenn du kannst, dann übernimm die Verantwortung für diesen Gedanken, denn es ist dein Gedanke. Wenn du bereit dazu bist, dann gehe weiter zu Schritt zwei. Wenn nicht dann ist das auch in Ordnung, zwinge dich bitte nicht dazu, für etwas Verantwortung zu übernehmen, obwohl du nicht bereit dazu bist. Das funktioniert nicht.

Im zweiten Schritt „Nimm deinen Gedanken und dein Gefühl an“, denn diese Kombination hat dir lange Zeit gedient. Auch mein Gedanke „Nie kann ich in Ruhe etwas tun“ hat mir gedient. Er hat mich beschützt vor dem Alleine sein. Denn sobald ich mich hingesetzt habe, um alleine zu sein, kam jemand oder etwas und somit war ich nicht mehr alleine. Zuerst wurde ich wütend. Wütend darüber, dass ich nicht tun konnte was ich wollte. Doch auch hier ist es so, dass mich die Wut nur beschützt hat. Sie hat mich beschützt vor der Angst alleine zu sein.

Klar, könnte ich jetzt hin gehen und versuchen den Gedanken weg zu machen, in dem ich ihn einfach mit einer positiven Variante überdecke. Nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ doch so funktioniert es nicht. Ein Gedanke und das dazugehörige Gefühl verschwinden nicht einfach, sie wollen verwandelt werden. Und nur durch die positive Annahme des Gedankens und des Gefühls komme ich der Verwandlung einen Schritt näher. Bist du bereit JA zu deinem Gedanken und zu deinem Gefühl zu sagen, dann herzlich willkommen bei Schritt drei.

Im dritten Schritt „Nimm deine Urteile zurück. Lerne dir selbst undoder anderen zu vergeben.“ In meinem Fall kenne ich meine Urteile nur zu gut. Ich gebe anderen die Schuld, dass ich nichts in Ruhe für mich selbst tun kann. Ich könnte euch nun eine ganze Reihe davon aufzählen, hier sind einige Beispiele:

  • Kann der sich nicht um sich selbst kümmern?
  • Warum muss er/sie mich jetzt damit belasten?
  • Warum respektiert hier niemand, dass ich mir meine Auszeit nehme?
  • Warum soll ich mich um alles kümmern?
  • Das ist nicht meine Verantwortung!

Und in dieser Art könnte ich euch noch einige aufzählen. Beim Aufschreiben dieser Fragen merke ich immer noch Wut in mir. Jetzt ist es wichtig nochmal alle 3 Schritte zu überprüfen.

Was bedeutet, die Verantwortung (Schritt 1) für die Wut zu übernehmen. Es ist meine Wut. Für diese Wut trägt kein anderer die Schuld und sie wurde mir auch von niemand eingeimpft. Es ist meine Wut in Verbindung mit meinen Gedanken. Übernehme ich die Verantwortung? JA. Sobald ich das JA in mir spüre, merke ich schon mein zweites Gefühl, die Angst. Angst alleine zu sein. Kann ich auch die Verantwortung für meine Angst übernehmen? JA.

Kann ich meine Gedanken und meine Gefühle in der Situation annehmen? (Schritt 2) JA. Gut dann kommt nun Schritt 3: Kann ich die Urteile, die ich über andere und über mich gefällt habe, zurücknehmen? Kann ich mir selbst vergeben? Sei hier wieder ganz ehrlich mit dir. Ich gebe offen zu, dass ich hier nicht immer mit JA antworten kann. Anderen zu vergeben fällt mir schon sehr leicht, doch mir selbst zu vergeben, da merke ich, dass ich hier noch einiges Potential habe. Ich glaube deshalb funktioniert es auch noch nicht in 10 von 10 Fällen. Nein ich glaube nicht, ich bin mir sogar sicher. Und damit kommen wir auch schon zu dem nächsten Schritt.

Schritt 4, ist der Schritt, der die größte Herausforderung und der größte Erlöser für mich ist. Im vierten Schritt „Stelle dich deinen Gefühlen und fühle sie“. Und fühlen, bedeutet in diesem Fall nicht, dass ich zum Beispiel meine Wut ausleben soll, sondern nur das Gefühl in mir wahr- und annehmen darf. Schenke deinem Gefühl Aufmerksamkeit. Heiße es willkommen und schicke es nicht weg. Wegschicken verursacht Schmerz. Du wirst schnell den Unterschied merken. Wehrt sich dein Kopf, wirst du es ganz deutlich in deinem Körper spüren. Ich merke meine Wut meistens im Bauch, in meinem Nacken und in meinem Kopf. Alles ist angespannt und droht zu platzen. So fühlt sich meine Wut mit einem Nein in meinem Körper an. Erlaube ich meiner Wut da zu sein und nehme sie an und zu mir, dann entspannt sich mein Körper und ich spüre wie sich das Angespannte in Energie um wandelt. Lass den Kopf los und spüre mit deinem Herzen. Probiere es aus und wenn du Leichtigkeit, Freude oder Entspannung in deinem Körper spürst, dann bist du bereit für Schritt 5.

Schritt 5 „Triff eine neue Entscheidung“ Für deine neue Entscheidung nimm dir ruhig ein wenig Zeit. Fühle in dich hinein und triff die Entscheidung, die sich für dich gut anfühlt. Denk sie dir nicht aus, sondern triff sie mit deinem Herzen. Ich höre sehr gerne Musik, um meine neue Entscheidung zu finden und sie dann damit zu feiern. Meine heutige Entscheidung lautet „Ich bin mir wichtig“ und ich feiere sie mit diesem Lied.

 

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3 Gedanken zu „Schritt für Schritt kommt Veränderung

  1. Guten Abend,

    Du schreibst echt wahre Worte, ich drucke das hier aus und nehme es morgen mit in die Klinik, ich finde die sollten das auch Lesen. Ich selbst finde das sehr schön und wahre worte

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Du bist gut sowie du bist | Jasmin Collet

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