Abschied nehmen.

PfingstroseEs gibt viele Arten des Abschiednehmens. Freundschaften gehen auseinander, Partnerschaften können sich auseinander leben und  auch das Großwerden der eigenen Kinder ist eine Art des Abschiednehmens. Doch für unseren Verstand ist die endgültigste Form des Abschiednehmens, das Sterben eines geliebten Menschen.

Diese Erfahrung habe ich bereits in jungen Jahre gemacht. Meine Mutter starb im Alter von nur 54 Jahren und sechs Jahre später folgte ihr mein Vater. Die Endgültigkeit dieser Ereignisse brachte mich in eine Art Starre. Ich hatte damals das Gefühl, das mich die Trauer in meinem Herzen erdrückt, es nahm mir die Luft zum Atmen. Ich fühlte mich hilflos und ohnmächtig. Jahrelang schleppte ich diese Trauer wie einen schweren Rucksack auf dem Rücken durch mein Leben.  Nur sehr selten lies ich die Trauer zu. Ich wollte niemanden mit meiner Trauer belasten. Denn ich hatte das Gefühl sobald ich meine Trauer zulasse, dann überwältigt sie mich und ich werde schwach.

Wie gehe ich mit meiner Trauer um?

Heute weiß ich, dass mich das Fühlen meiner Trauer nicht schwächt, sondern das es den Rucksack auf meinem Rücken leichter macht. Meine Leben bekommt dadurch eine neue Leichtigkeit. Wenn ich merke, dass Trauer in meinem Körper aufsteigt, dann setze ich mich hin und lenke die Aufmerksamkeit auf meinen Atem. Ich versuche sanft und tief in meinen Bauch zu atmen und sage mir dann mit meiner inneren Stimme „alle Trauer in mir darf nun da sein, ich bin bereit dich meine Trauer jetzt zu fühlen und dir meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken“.

Wichtig für mich ist, dass ich diese Trauer in mir nicht wegmachen möchte, sondern dass ich JA zu ihr sage. Sobald ich JA zu meiner Trauer sage, merke ich wie sich das Gefühl in mir wandelt. Meine Körperempfindungen ändern sich. Während mir vorher noch eine schwere Last auf den Schultern lag, merke ich mit meinem JA, wie sich diese Last verringert. Der Druck auf die Schultern wird weniger.

Außerdem habe ich gelernt, dass mir meine Trauer niemand abnehmen kann. Heute kann ich meine Trauer sehen und sie zulassen. Dabei ist es ganz egal, ob es nun die Trauer um einen Verstorbenen ist oder der Verlust einer Freundschaft.

Zum Abschluss möchte ich euch noch diese wunderschöne Geschichte „Die kleine Seele spricht mit Gott“  von Neale Donald Walsch ans Herz legen.

Ich werde mich an dich erinnern.

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